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Am Ende das böse Erwachen Dem Kanton St.
Gallen stehen schwierige Zeiten ins Haus. Geblendet von einst üppig
sprudelnden Finanzquellen durch Verkäufe von Nationalbankgold oder
KB-Aktien haben Regierung und Verwaltung Aufgaben und Ausgaben
unseres Kantons immer weiter aufgebläht. Mit rund 10'000
Angestellten und einer jährlichen Lohnsumme von weit über einer
Milliarde Franken ist der Kanton darum mittlerweile der weitaus
grösste St. Galler Arbeitgeber.
In seinem Speckgürtel tummelt sich zudem ein
ständig wachsendes Heer von externen Beratern und cleveren
Subventionsjägern. Beflügelt wurde dieses System in den letzten
Jahren durch regelmässig steigende Steuereinnahmen dank einer
florierenden Wirtschaft. Es war genügend Geld da, also hat man es
ausgegeben: für die Vergrösserung des Verwaltungsapparats, für die
Förderung des öffentlichen Verkehrs, für die grosszügige
Unterstützung privater Energiemassnahmen, für den Bau luxuriöser
Verwaltungs- und Kulturbauten und für vieles mehr. Dann aber kam die
Wende.
Vor drei Jahren begannen die Steuererträge
aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise zu sinken. Doch weil
Profiteure ungern auf "ihre Errungenschaften" verzichten stiegen die
kantonalen Ausgaben nahezu ungebremst weiter. Innert weniger Jahre
wurde so das ansehnliche Eigenkapital des Kantons - mehr als einer
Milliarde Franken - aufgebraucht.
Und es kommt noch schlimmer: zusätzlich zu den
angekündigten Defiziten von 300 Millionen Franken pro Jahr werden
die St. Galler Steuerzahler für das Loch von über einer Milliarde
Franken in der Pensionskasse des Staatspersonal aufkommen müssen.
Und ebenso viel werden die Bürgerinnen und Bürger für den geplanten
Ausbau des Kantonsspitals und mehrerer Landspitäler zu berappen
haben. Und zu guter Letzt werden die geplanten Ausbauten weiterer
Schul-, Universitäts- und Kulturbauten nochmals einige hundert
Millionen Franken verschlingen. An dieser unheilvollen Entwicklung
scheinen sich - zumindest im Moment - jedoch nur wenige zu stören.
Das böse Erwachen wird wohl erst einsetzen wenn sich zeigt, dass die
kürzlich vom Kantonsrat beschlossene Steuererhöhung nur der Anfang,
nur die Spitze des Eisbergs war. Für ein Umdenken wird es dann aber
möglicherweise zu spät sein.
Herbert Huser, Altstätten
Präsident SVP Rheintal
Kantonsrat SVP |