Angst- oder Neidreflex?
Der Autor des Artikels „SVP-Politik fördert Zuwanderung“ im Tagblatt
vom 29. Juli 2010 zeigt unumwunden seine Abneigung zur
Schweizerischen Volkspartei. Jedem das Seine. Nur: Hat das Tagblatt
ein Parteibüchlein, weit weg von der Partei des Volkes, welches
seine Journalisten dazu berechtigt, persönliche Meinungen mit dem
Gehalt eines Schulaufsatzes zu Papier zu bringen? Vielleicht ist es
aber auch nur ein Angst- oder Neidreflex.
Wie auch immer. Es darf zumindest daran gezweifelt werden, ob der
Autor die angesprochene - von der SVP lancierte - Volksbefragung zur
Asyl- und Ausländerpolitik überhaupt gelesen hat. Wie kann sich der
Autor zur Behauptung verleiten lassen, wonach an fast jedem Problem
in der Schweiz die Ausländer schuld sind? Steht doch in der
Einleitung der SVP-Volksbefragung in ausreichend grosser Schrift:
„Seit je haben zahlreiche Ausländer/-innen in der Schweiz eine neue
Heimat gesucht, sei es als Flüchtling, sei es als Arbeitsuchende.
Die schweizerische Wirtschaft ist und war schon immer auf
ausländische Arbeitnehmer angewiesen. Ohne sie wären viele
Unternehmungen heute nicht dort, wo sie stehen. Darum hat die
Schweiz immer grosszügig, aber kontrolliert ausländische
Arbeiter-/innen aufgenommen und ihnen eine berufliche und
persönliche Perspektive geboten. Sodann hat unser Land wenn immer
möglich geholfen und unzähligen Flüchtlingen und Zuwanderern mit
ihren Familien Zuflucht geboten. Die humanitäre Tradition der
Schweiz ist zu Recht weltweit anerkannt. Der grosse Teil der
Ausländer-/innen respektieren unsere Rechtsordnung, Sitten und
Gebräuche und kommt für den Lebensunterhalt selbst auf.“
Mit dieser Volksbefragung geht es nicht darum, sich mit abgehobenen
Äusserungen wie „Wir haben den alleinigen Durchblick“ oder „Wir sind
die Besten, das Volk hat keine Ahnung“ auf den Rücken zu klopfen,
wie es die meisten anderen Parteien gerne praktizieren. Vielmehr
packt die SVP den Stier bei den Hörnern und nimmt sich der Sorgen
und Nöte der Bevölkerung an. Dass in dieser Volksbefragung nicht
einfach die oberflächliche - kaum verwertbare - Frage des
Zufriedenheitsgrades zur Asyl- und Ausländerpolitik gestellt wird,
dem Volk vielmehr konkrete Fragen gestellt werden, wo denn der Schuh
drückt, zeugt von Weitblick und Intelligenz, welche - wenn man
ehrlich ist - vom Volk geschätzt wird.
Wenn nun der Autor des eingangs zitierten Artikels über fehlende
Spezialisten jammert, so sei darüber informiert, dass dank den
(erweiterten) Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU
beispielsweise Prostituierte oder gar Kriminelle aus Osteuropa
problemlos ihrer Arbeit in der Schweiz frönen können, dem
Informatikspezialisten aus Kanada aber ob der unzähligen
Liebesdienerinnen usw. - welche früher oder später dem Sozialstaat
zur Last fallen - der Arbeitsmarkt Schweiz verwehrt wird. Eine
wahrlich verkehrte Welt! Die SVP möchte dies ändern und dafür
braucht’s keine angst- und/oder neidrefelxartige
Anti-SVP-Zeitungsartikel. Das Volk soll sich schlicht äussern dürfen
und die Politiker sollen die Meinung des Volkes zu Herzen nehmen!
Bruno Dudli |
|
|