veröffentlicht am Montag, 17.06.2019


Normalerweise kommt es für Grüne und Linke gar nicht in Frage in einem Naturschutzgebiet zu bauen! Und obendrauf an einem verkehrstechnisch so abgelegen Ort, wo kein öffentliches Verkehrsmittel hinfährt? Jeder Landwirt oder Gewerbler, der ausserhalb der Bauzone wirkt, weiss wie schwierig es ist, eine Erweiterung oder ein Bauvorhaben durch alle Instanzen der ordentlichen Baubewilligung zu bringen. Oftmals wird das von (demokratisch nicht legitimierten) Umweltverbänden wie ProNatura oder WWF behindert; ironischerweise nicht selten von den Leuten, die jetzt im Initiativkomitee fürs Klanghaus sitzen.

Landauf landab hat es genügend leere Kirchen für Konzerte. Brachliegende Hotels (z.B. Alter Acker Wildhaus, Kapplerhof Ebnat-Kappel) bergen Potenzial für ein Um-/Ersatzbau zu einem solchen Projekt und würden in der richtigen (Bau-)Zone und verkehrstechnisch besser liegen. Ausserdem gibt es im Kanton bereits genügend Kulturangebote, die jährlich namhafte Millionenbeträge verschlingen. Es besteht grosse Gefahr für ein weiteres kulturelles Tummelfeld, welches der Steuerzahler mit der Defizitgarantie zu finanzieren hat. Auf privater Basis als Verein oder Stiftung ist es selbstverständlich legitim, das Projekt weiter zu verfolgen und wenn genügend Mittel vorhanden sind, auch umzusetzen und selbsttragend zu betreiben; aber eben nicht in der vorliegenden Form.

Unser einzigartiges Brauchtum und musikalisches Schaffen wurden jahrzehntelang von den meisten Medien, Gebildeten und Intellektuellen als langweilige Hinterwäldler-, Hudigäggeler-, Bauern- oder Nationalmusik verpönt. Trotzdem und ohne staatliche Hilfe konnten sich diese Volkskulturen halten, weiterentwickeln und auch vermehrt Anhänger finden. Nicht zuletzt durch die globalisierte Welt sucht man als Ausgleich wieder nach Identität, Wurzeln und Heimat.

Fürs Klanghaus wird jetzt vordergründig auch mit diesen attraktiven Werten, mit schönen Farbbilder und Animationen von Sennen, Jodelclubs, Alphornbläser usw. geworben. Dies ist jedoch ein völliger Etikettenschwindel! In Tat und Wahrheit passt die reinrassige Volkskultur nicht ins links-ideologische Konzept, welches lieber die ganze Welt multikulturell miteinander vermischen, verbinden und umarmen möchte. Der Senn mit Bast-Röckli auf einem Klangwelt-Prospekt gab ein kleiner Vorgeschmack, wie die Initianten wirklich ticken. Ich bin auch immer wieder verblüfft, wie verblendet sich bodenständige Jodelclubs und Künstler vor den linken Wagen spannen lassen und fragwürdigen Rituale im Programm mit fremden Gruppen mitmachen. Dies ist langfristig ein Bärendienst und verwässert unsere einheimischen, echten Traditionen und Überlieferungen.

Die beste Kultur lebt und entsteht mit freiheitlichen Gesetzen, weniger Verboten und Zensur, Ordnung und Sicherheit im Land und nicht alles mit Gebühren und Abgaben belastet, damit die Leute weiterhin mit Freude, Begeisterung und Leidenschaft vielfältiges, authentisches Brauchtum und Volksmusik leben und geniessen können.

Aus all diesen Gründen stimme ich mit Überzeugung NEIN zum Klanghaus.

Hausi Zürcher,  Örgelibauer, Stimmer und Restaurator, Wintersberg, Ebnat-Kappel

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