veröffentlicht am Freitag, 24.03.2017


Abstimmungskampf betreffend Energiestrategie 2050 ist eröffnet - Mein Plädoyer für ein NEIN

In der Zeitung konnte man am 22. März lesen, dass Bundesrätin Leuthard scheinbar keine Alternative zur Energiestrategie 2050 sieht!

Als el. Ing. bin ich ganz klar für Fortschritt, für Innovation und für fast jede industrielle (R)Evolution... Vielleicht sehe ich deshalb sehr viele Alternativen zur Energiestrategie! 

Eine Alternative ist z.B. den Status Quo beizubehalten und dann an gezielten Punkten mit (Förder-)Massnahmen die Schweiz und unsere Wirtschaft zu stärken.

Ich will hier 3 Punkte klarstellen:

  1. Ich bin kein Freund vom Atomstrom, respektive vom Atommüll. Doch ich bin Realist genug um zu wissen, dass der Atomstrom CO2 neutral ist, hingegen Gas-Kombi-Kraftwerke richtige " CO2-Dreckschleudern" darstellen. Ich bin auch Realist um zu wissen, dass wir im Winter auf Nichterneuerbare Stromenergiequellen angewiesen sind... Ausser natürlich wir sind bereit Zürich oder Basel zu Fluten um einen riesen Staudamm wie der 3 Schluchten-Damm in China zu errichten.
  2. Mein Haus wurde 2015 fertiggestellt. Es ist ein Energie-Plus-Haus (wir produzieren aufs Jahr hinaus mehr Strom als wir verbrauchen). Als Minergie-Haus hat es zudem einen super Dämmwert und einen Wärmetauscher in der Minergielüftung. Das meiste Warmwasser erwärmen wir via Solarthermie, eine effiziente Wärme-Luft-Pumpe hilft nach und stellt die Heizung im Winter sicher. Wenn es sehr kalt ist, können wir uns mit einem Holzscheit im Schwedenofen aushelfen. Des Weiteren wird das ganze Haus nur von LED-Leuchten beleuchtet...
    Die Energiestrategie 2050 tangiert mich entsprechend viel weniger als viele andere Einwohner (siehe untenstehenden Punkt 2)
  3. Ich fahre zwar einen "Benziner", verfolge jedoch die Entwicklung der Hybrid- & Elektrofahrzeuge mit grossem Interesse und bin nicht abgeneigt bald auch ein solches Fahrzeug zu besitzen

Nichts desto trotz bin ich klar gegen die Zwangsjacke welche unter dem schönen Namen "Energiestrategie 2050" daherkommt und aus dem Musterschüler Schweiz eine Strebernation machen will.

  1. Ein Verbot des Atomstroms finde ich naiv und gefährlich. Bei über 70% der Gesamtenergie sind wir vom Ausland abhängig (Öl, Gas, etc.)! Die Stromerzeugung ist im Prinzip die einzige Energiequelle, bei welcher wir uns selbst versorgen können (ca. 25% des Gesamtenergieaufwandes).
    Der Atomausstieg bedeutet unausweichlich, dass wir im Winter Strom vom Ausland beziehen müssen. Ich finde es weder grün noch logisch uns vom dreckigen Kohle- oder Gas-Kombi-Kraftwerk- oder Atomstrom vom Ausland abhängig zu machen!
    Das Verbot ist zudem unnötig, hört man von allen Kraftwerksbesitzern, dass sie bei der derzeitigen Lage nie und nimmer in ein neues Atomkraftwerk investieren würden.
    Das Argument, dass man den technologischen Fortschritt in der Nuklearforschung zudem den anderen Industrienationen überlässt (an vorderster Front die Chinesen), ist für mich nur ein weiterer Tropfen auf den heissen Stein.
  2. Weshalb man das Ziel, bis 2035 den Gesamtenergieverbrauch um 43 Prozent zu reduzieren, im Gesetz festschreiben will, verstehe ich nicht. Lassen wir dies trotzdem zu, trifft es vor allem Hausbesitzer mit weniger gutem Dämmwert, resp. solche mit Ölheizungen und/oder ohne Minergielüftung mit Wärmetauscher. Für viele Häuser bedeutet dies eine unglaublich kostspielige Renovation oder den unausweichlichen Abriss von fast allen Häusern welche älter als 20 Jahre sind. Diese Kosten treffen schlussendlich alle Mieter!
    Der Gesetzestext wird wohl die Baubranche freuen, die anderen innovativen Firmen in der Schweiz werden es jedoch schwer haben, da im (intelligenten) Ausland gezielt Technologie gefördert wird. 
    Es bietet sich an den Zerfall der deutschen Solarindustrie (Deutschland bevorzugte ein System a la Energiestrategie 2050) gegenüber dem Aufstieg von China zur Solarmacht zu studieren (China setzte auf Technologieförderung)
  3. Mit der CO2-Abgabe haben wir bereits eine neue indirekte Steuer, welche automatisch Elektroautos und Hybride fördert. Die Angaben der Energieeffizienz beim Autohändler motiviert zudem zum Kauf von sparsamen Autos.
    Ich bin wie erwähnt dafür, dass man Elektro- & Hybridfahrzeuge fördert. Die Energiestrategie 2050 schiesst jedoch mit Kanonen auf Spatzen. Der Schaden und die immensen Kosten welche die Strategie anrichtet, wird unsere Strassen nicht "grüner" machen.

Ich setze mich deshalb für ein "NEIN" ein, um danach gezielte Fördermassnahmen zu definieren für eine "grünere Strasse" und um unsere innovativen und zukunftsrelevanten Wirtschaftszweige zu stärken.

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